Joachim Ullrich

Meine Laufbahn als aktiver Musiker begann, als ich 16Jahre alt wurde. Bis dahin hatte ich mich nur
für Fußball und Tischtennis interessiert.
Dann aber sah ich im Fernsehen die Schmonzette ”die Benny Goodman-Story” und war absolut überwältigt.
Dabei war die Musik eher nebensächlich. Was mich vielmehr restlos überzeugte, war die Masche,
mit der Goodman mit Hilfe seiner Klarinette die Frauen rumkriegte.
Die Entscheidung war gefallen. Ich ging zur Musikschule und meldete mich zum Klarinettenunterrricht an.
Meine erste Klarinette schenkten mir meine Eltern. Sie (die Klarinette) war gebraucht und kostete 150.- DM.
In der Musikschule wurde mir zunächst klargemancht, daß man, bevor man überhaupt daran denken könne,
so etwas wie Jazz zu spielen, erst das Instrument ”richtig”, also in klassischer Manier lernen müsse.
Erst Jahre später vertraute mir mein damaliger Klarinettenlehrer - er war Klarinettist bei den Niederrheinischen Symphonikern
- unter dem Siegel der Verschwiegenheit an, auch er habe ”damals” (ich weiß bis heute nicht, was er damit genau meinte)
ab und an Unterhaltungsmusik gespielt - auf dem Saxophon.
Wie dem auch sei - ich machte Fortschritte auf der Klarinette und begann 1976 ein Musikstudium in Köln.
Erst da dämmerte mir so langsam, daß die Klarinette zum Frauenrumkriegen ein denkbar ungeeignetes Instrument war.
Da eine Gitarre - das ultimative Mittel - nicht zur Hand war und ich auch gar nicht wußte, wie man die bedient, lieh ich mir ein Saxophon aus.
Mit dem Saxophon kam der Jazz - zunächst in Form obskurer Jugend Big Bands, später dann in eher professionellen Bands.
Ich schmiss a) das Musikstudium (nicht ohne Versagensgefühle, die mich auch heute noch...
aber das gehört nun wirklich nicht hierher) und b) mich in das Musikmachen.
Dabei ist es bis heute geblieben. Man kann damit sogar Professor werden.
Dennoch wäre Gitarre vielleicht effektiver gewesen...

1976

Beginn Klarinettenstudium Musikhochschule Köln

1978

Mitbegründer der Initiative Kölner Jazz Haus

1979

Mitglied der Gruppe Mandala

Mitglied des neuen Kurt Edelhagen Orchesters

Gründung der Kölner Jazz Haus Big Band, für die er nahezu alle Arrangements schrieb

1980

Mitbegründer der Kölner Saxophon Mafia

1981

Mitbegründer der Offenen Jazz Haus Schule

1982-1989

Leiter des Landesjugendjazzorchesters Rheinland Pfalz

1983-1988

Mitglied des Manfred Schoof Orchesters

Seit 1986 immer mehr Kölner Saxophon Mafia, aber auch eigene größere Projekte, wie die Köln Connection,
ein mittelgroßes Ensemble, das er 1986 ins Leben rief, das Ensemble Faces of the Duke (1990-1993) und
das große Ensembleprojekt It just smells funny (Beitrag zur Musiktriennale 1994). Darüber hinaus sind
einige Auftragsarbeiten zu nennen wie die Musik für die WDR Big Band zur Eröffnung des neuen Sendesaals,
einige Auftragsdirigate, die Musik zum Stummfilm Metropolis in einer WDR-Produktion, Musik für das Festival
Post this...neo that für großes Ensemble und Sprecher nach Texten von Dieter Wellershoff, Theatermusiken,
Musik zu mehreren ARTE-Dokumentarfilmen, Auftragsmusiken für den NDR.

 

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