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ULLA OSTER - WOLLIE KAISER DUO
WE CAN DO IT ON STAGE ANY TIME! --- (jazz haus musik - jhm 88 cd)
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ULLA OSTER -- SOLID BODY UPRITE BASS, VOCALS
WOLLIE KAISER -- ELECTR. & ACOUST. REEDS, VOCALS
Mit Helga am Freitagabend im Patina-Club.
Alte, wacklige Tische und Stühle, gelbliche Wände, Fotos berühmter schwitzender Jazz-Musiker - ach ja, das ist aufgenommen beim legendären Auftritt im Club damals, 1987, und das beim Jubiläums-Festival 91 in der Stadthalle, als noch Franz-Peter Schmitz der Vorsitzende des Fördervereins war und wirklich viele Leute mobilisiert hatte. Da gings heiß her, und hinterher wurde noch bis 4 Uhr morgens im Jazzkeller gejammt.
Franz-Peter hat aber dann den Vorsitz aufgegeben, kommt nur noch ab und ab zu den Konzerten, er muß sich jetzt mehr um seine Firma kümmern und hat sich wohl auch mit dem Hermann Winter vom Kulturamt zerstritten, der wollte kaum noch Gelder für das alljährliche Festival herausrücken.
Der Dieter Lehmann ist aber immer noch ganz engagiert im Verein tätig, sitzt auch diesmal an der Kasse und kümmert sich um das Programm...
Heute abend soll ein Duo spielen - Ulla Oster und Wollie Kaiser aus Köln. Im Publikum sitzen einige Paare, Inge und Helmut winken rüber, da drüben die jungen Leute hab ich schon ein paar Mal hier gesehen, und der Sohn vom Theo ist auch da, wohl mit seiner Freundin. Ah, jetzt kommen noch ein paar Zuhörer, langsam wirds richtig gemütlich hier.
Auf der Bühne stehen zwei Verstärker, mit viel Kabelsalat und blinkenden Lichtchen, ein Saxophon und so ein langes schwarzes Blasinstrument (Helga sagt, das sei eine Baßklarinette), auf der anderen Seite ein Instrument, das fast so aussieht wie ein Kontrabaß, aber ohne Bauch, auf dem Boden liegen Geräte rum - für 2 Leutchen ganz schön viel Zeug.
Jetzt könnte es aber mal losgehn! Na wer sagts denn, da kommen sie ja schon.
Der Wollie Kaiser, den kenn ich doch von der Saxophon Mafia, die waren schon ein paar Mal hier, da ist ja immer der Laden voll, und die blasen wirklich beachtlich ihre Saxophone. Die Frau - wie heißt die noch? - Ulla Oster, tja, kenn ich nicht, ob das dem seine Freundin ist, ach, jetzt fangen sie richtig an... Hmm, das sind ja seltsame Geräusche, puuh, ganz schön laut, kommt das jetzt aus dem Saxophon, das Geräusch da, da blubberts und waberts, wie macht der das denn, und dann gucken die immer auf den Boden und treten auf ihre Kästchen...
Aha, das war also das erste Stück. Seltsam. Der Wollie Kaiser sagt jetzt, sie wollten uns nur auf die Probe stellen, ob wir sowas aushalten. Naja, ne Zeitlang vielleicht schon. Allerdings wenn ich an das Free-Jazz-Trio neulich denke, das war ja auch nicht von Pappe. Da hat der Gitarrist auch so ähnliche Geräusche gemacht.
Oh, jetzt singen sie, zweistimmig. Die Frau hat so ein Mikrophon am Kopf hängen und spielt dabei den Baß, ganz ordentlich, muß ich sagen. Und diese schwarze Baßklarinette, klingt ja wirklich eher wie ne Elektrogitarre, so verzerrt auch... Die spielen fast Rockmusik, aber scheint auch komplizierter zu sein. Und sie kommen jedenfalls ganz schön ins Schwitzen. Obwohl, jetzt spielen sie einen Jazzstandard, ja, das swingt, einfach nur Saxophon und der walking bass. Die Ulla Oster sagt jetzt (hat eigentlich ne nette Stimme, muß ja ganz schön arbeiten an dem Baß, das ist bestimmt die Freundin von dem Wollie Kaiser, bei solchen Duos ist das doch meistens so), sie würden halt ganz verschiedene Songs spielen, das nächste Lied wäre wieder ziemlich hart, ginge über Sex und sei deswegen ein typisches Männerlied (Helga guckt zu mir rüber), der Wollie Kaiser sagt dann an, jetzt käme ein romantisches Jazzstück ãfür die Frauen, die gerade Saxophon lernenÓ (Helga guckt zu mir rüber), und die Zuhörer lachen.
Der Sohn vom Theo lacht und klatscht ziemlich laut, dem scheints zu gefallen, Inge und Helmut sind offensichtlich auch begeistert, Helmut hat sogar mal Bravo! gerufen, dabei ist der doch immer so kritisch und anspruchsvoll, und bei den Ansagen hört man Inges Kichern. Helga weiß wohl noch nicht so recht, ich muß sagen, ich finds erstaunlich, hab sowas noch nie gehört.
Jetzt ist Pause, ich hol mir ein Bier. Der Sohn vom Theo (stimmt, der spielt ja auch Gitarre) steht an der Theke, er meint, die hätten so Sampler, mit denen sie spielen würden - deswegen hört man auch manchmal so viele verschiedene Sachen gleichzeitig -, und er fände das cool, da wären auch so hip hop-Sachen dabei, manchmal wärs so ähnlich wie bei Frank Zappa. Den kenn ich nun nicht so gut, ein Jazzmusiker ist das doch nicht. Auf jeden Fall hör ich mir die zweite Hälfte auch noch an; ist was anderes, als man sonst hier so zu hören kriegt, und die Ansagen sind auch recht lustig.
Helmut kommt dazu, sagt, ihn würde es eher an späte king crimson erinnern. Hühner-Hugo interveniert : moment mal, ihr habt doch überhaupt keine ahhnung - hört ihr denn nicht ganz deutlich die drum ên bass einflüsse. also dann doch schon eher björk, warf dieter aus dem hintergrund ein. wißt ihr was? nahm helmut das heft wieder in die hand, ich glaube, diese musik ist eine der wenigen, die ich in meiner langen afficionado-laufbahn erlebt habe, die einfach nicht einordbar ist.
ein kurzer moment irritierenden schweigens... da ist was dran, muß ich zugeben... hendrix auch wildes durcheinander von namedropping: van halen, steve vai, joe zawinul, chemical brothers, kiss, nirvana, wayne shorter, miles davis...helga, fan von ulla oster seit der cd beyond janis !!! jupp hat w.k. schon in vielen verschiedenen zusammenhängen gesehen: saxophon mafia, klaus könig, ekkehard jost...
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